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Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
23:40 - 1:50, 14.3.2010 (Vor 140 Tagen) - PROSIEBEN    Redaktionstipp
Kategorie: Spielfilm, Thriller
Dauer: 2 Stunden 10 Minuten

Tim Burton hatte zwar durch "Nightmare Before Christmas" und "Corpse Bride" bereits Erfahrungen mit dem Genre Musical vorzuweisen, die Darsteller waren hier jedoch Puppen. In "Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street" (2007) sind es echte Menschen, deren Sangeskunst gefragt ist. Die Besetzung musste also ein echter Geniestreich sein. Burton entschied sich für zwei seiner Musen aus Fleisch und Blut: Neben Johnny Depp, der als nach Blut dürstender Barbier eine perfekte Balance aus Melancholie, Verletzlichkeit und Rachsucht findet, agiert Helena Bonham Carter als rotzige Mrs. Lovett. Die beiden singen mit bemerkenswerter Präsenz und Ausdruckskraft - nun auch im Fernsehen, denn ProSieben zeigt "Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street" erstmals im Free-TV.

Obwohl Tim Burton, dessen Adaption des Lewis-Carroll-Klassikers "Alice im Wunderland", ebenfalls mit Johnny Depp, gerade in den Kinos läuft, mit dem Broadway-Musical von 1979 einen fremden Stoff verfilmte, hat er daraus einen unverkennbar seinem Oeuvre zuzuordnenden Film gemacht. Wahrscheinlich hat ihn die düstere, morbide Stimmung der Vorlage angezogen, die in Burtons Version mit ein paar hübschen Anleihen aus dem Splattergenre - hier spritzt mehr Kunstblut als in der Jahresproduktion japanischer Horrorschmieden - verfeinert wurde.

Die Handlung ist ein eher simples Gerüst, mit dem Burton das Makabre, das Schaurige, das Manische zelebriert. Sweeney Todd, einst glücklicher Barbier mit schöner Frau und hübscher Tochter, wurde vom eifersüchtigen Richter Turpin (Alan Rickman) unschuldig ins Übersee-Gefängnis geschickt. Nach langen Jahren im Zwangsexil kehrt Todd zurück nach London. Mit scharfen, im Takt der Musik geschwungenen Messern und getrieben von Rachegefühlen verliert der mechanisch agierende Barbier jeden Bezug zum Leben. Wie seine Kunden auch. Die bekommen von ihm die letzte Rasur und enden dann als Füllung in Mrs. Lovetts Pasteten, die sie in ihrem Restaurant verkauft.

Die beiden Charaktere sind düstere Gestalten in einem schauderhaften Szenario, aus dem alle Farbe, bis auf das Blutrot, gewichen ist. Sie sind verlorene Seelen, von unbeherrschbarem Verlangen Getriebene, die sich und ihre Umwelt aus den Augen verlieren. In malerischen bis ins kleinste Detail durchkomponierten Szenenbildern verzehren sie sich nach ihrer unerwiderten Liebe und dürsten nach Rache.

Der Film, den ProSieben nun als Free-TV-Premiere zeigt, lebt dabei neben seiner düster-melancholischen Atmosphäre vor allem von der Chemie, die am Set offensichtlich zwischen Johnny Depp, Helena Bonham Carter (die, wie man 2009 in "Terminator: Die Erlösung" erfahren konnte, so etwas wie die Mutter aller Killermaschinen ist) und Regisseur Tim Burton herrschte.


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AvatarOldnavy    -    141 Tagen hier klicken

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Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street (3:50 - PROSIEBEN - 15.3.2010), 2 Punkte